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Bussenpraxis an Berufsschulen ist fantasielos und unfair
In der Antwort auf die Interpellation von SP-Grossrat Jürg Caflisch (Baden) bezeichnet der Regierungsrat Bussen für BerufsschülerInnen in Höhe von zehn bis hundert Franken als wirksame Disziplinarmassnahme, die regelmässig angewandt wird. „Es ist stossend, dass die Berufsschulen auf diese Art der Bestrafung zurückgreifen“, kritisiert Andrea Arezina, Präsidentin der JUSO Aargau, denn das Aussprechen von Bussen an SchülerInnen vermittle diesen den Eindruck, dass man sich durch das Bezahlen einer Busse vom eigenen Fehlverhalten freikaufen kann.
Geldbussen sind zudem eine unfaire Bestrafungsform. „Wer von seinen reichen Eltern finanziell unterstützt wird, lässt sich von einer Geldbusse nicht so leicht beeindrucken. BerufsschülerInnen, die finanziell schlechter gestellt sind, belastet eine Geldbusse aber ungleich stärker und sie werden somit für das gleiche Vergehen härter bestraft“, so Andrea Arezina.
Dass an den Kantonsschulen auf Geldbussen verzichtet wird, kann nicht, wie es der Regierungsrat in seiner Interpellationsantwort getan hat, mit der angeblichen „Freiwilligkeit“ eines Kantonsschulbesuchs begründet werden, wenn gleichzeitig auch an den Kantis andere Disziplinarmassnahmen angewandt werden. „Die Bussenpraxis an den Berufsschulen gehört abgeschafft, denn sie ist ein fantasieloses und unfaires Mittel der Bestrafung von SchülerInnen“, sagt JUSO Aargau-Präsidentin Arezina. „Der Alltag
an den Kantonsschulen zeigt, dass ein gutes Schulklima auch ohne diese unnötigen Geldstrafen möglich ist.“
